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BACHELOR

DESIGN PRAKTIKUM, SOSE 2017

Interaktive Technik in Form von Software und anderen "smarten" Dingen des Alltags – von der Waschmaschine bis zum Auto – ist allgegenwärtig. Sie durchdringt nicht nur unser Arbeits- sondern auch unser Privatleben. Natürlich muss diese Technik "menschengerecht" gestaltet werden. Aber was bedeutet das eigentlich? Und wie geht man dabei vor?

Lange verstand man unter menschgerechter Gestaltung hauptsächlich die Vereinfachung, das Sicherstellen von Gebrauchstauglichkeit. Technik ist ein Werkzeug, das ohne allzu viele Probleme funktionieren soll. Dies hat sich verändert. Unter den Stichworten “User Experience” und “Experience Design” entstand ein Gestaltungsansatz, der nicht mehr nur das reibungslose Funktionieren in den Vordergrund stellt. Vielmehr versteht er Technik als eine Möglichkeit, bedeutungs- und freudvolle Erlebnisse zu ermöglichen und zu vermitteln. Dabei stehen psychische Bedürfnisse im Vordergrund.

Eines dieser Bedürfnisse ist es, sich anderen Menschen nahe zu fühlen. Jeder von uns übt mannigfaltige Praktiken aus, die Nähe erzeugen. Das reicht vom Handschlag beim ersten Kennenlernen, dem Plausch in der Kaffeeküche mit einem Kollegen, über das gemeinsame Sonntagsfrühstück mit der Familie bis hin zum Kuss und anderen "Praktiken der Intimität“. In den meisten dieser Praktiken spielen Dinge bereits eine Rolle, auch wenn es sich nicht immer vordergründig um Software oder interaktive Technik handelt.

In diesem Designpraktikum wollen wir uns genauer ansehen, was Menschen alles tun, um sich anderen nahe zu fühlen, von bekannten bis hin zu ausgefallenen Praktiken. Diese nehmen wir als Ausgangspunkt für das Gestalten von Konzepten, die vielleicht bereits bekannte positive Näheerlebnisse wahrscheinlicher machen, sie verbessern oder sogar ganz neue Formen der Nähe erzeugen. Diese Konzepte werden wir dann mit Hilfe von Technik "materialisieren“. Ziel des Praktikums ist es einen wohlbefindens- und erlebnisorientierten Ansatz zum Gestalten von Technik kennenzulernen, ihn zu erproben und kritisch zu reflektieren.

Wir werden zunächst in die Grundlagen einführen und dann im Laufe des Kurses in Kleingruppen Praktiken der Nähe entwickeln und dokumentieren. Dabei gehen wir schrittweise durch die einzelnen Stufen des wohlbefindens- und erlebnisorientierten Gestaltens: Identifikation von alltäglichen Praktiken (Ist), Entwicklung eines Gestaltungsziels (Soll), Exploration und Ausarbeitung von Konzeptideen, Feedback und Resonanz zu einer Idee (Evaluation) und schlussendlich, wie man diese Praktiken mit Hilfe konkreter Dinge materialisieren und formen kann – kurz: Wirklichkeit werden lassen kann. Dabei konzentrieren wir uns auf möglichst einfache Umsetzungen, die aber möglichst viel Erlebnis erzeugen können.

 

MATERIALIEN ZUM SEMINAR

Hier finden Sie alle notwendigen Materialien, die im Laufe des Semesters zur Verfügung gestellt werden als Download.


20.04.2017

Foliensatz aus der Vorlesung

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27.04.2017

Foliensatz aus der Vorlesung

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Hassenzahl, M., Heidecker, S., Eckoldt, K., Diefenbach, S., & Hillmann, U. (2012). All You Need is Love: Current Strategies of Mediating Intimate Relationships through Technology. ACM Transactions on Computer-Human Interaction (TOCHI), 19(4), 30. + Appendix

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Praktiken Canvas

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