Internationales Symposium in Dänemark mit PRAESCO

 

Hybrid Space as a Third Space

Am 13. März 2026 organisierten wir im Rahmen des Forschungsprojektes PRAESCO gemeinsam mit Juliane Busboom von der Roskilde University ein internationales Symposium zum Thema “Conceptualizing the Hybrid Space as a Third Space”.

Im Rahmen des Symposiums kamen Forschende aus der Human-Computer Interaction (HCI) mit langjähriger Erfahrung im Bereich hybrider Zusammenarbeit zusammen. Vertreten waren dabei unter anderem Wissenschaftler*innen aus den Forschungsprojekten ReWork (2022–2025) und PRAESCO (2025–2027), die sich intensiv mit der Gestaltung und Erforschung hybrider Arbeitsformen beschäftigen.

Ausgangspunkt: Hybridität nicht als Kompromiss, sondern als eigenständiger Erlebnisraum mit eigenen Qualitäten

Die Zusammenarbeit entstand aus zentralen Erkenntnissen des dänischen Forschungsprojekts ReWork: Asymmetrien in hybriden Settings sind unvermeidbar – und der Versuch, Präsenzsituationen möglichst exakt zu imitieren („mimicking“), greift zu kurz. Stattdessen schlagen die Forschenden vor, hybride Zusammenarbeit als einen eigenständigen Third Space zu verstehen – als Konfiguration mit eigenen Qualitäten und Potenzialen.

Diese Perspektive deckt sich mit unseren eigenen Erkenntnissen zur Gestaltung zukünftiger Technologien: Der Wert neuer Technologien liegt nicht in der möglichst realistischen Nachahmung bestehender Formen und Interaktionen, sondern in der bewussten Nutzung ihrer spezifischen Eigenschaften.

So entfalten soziale Roboter ihren Wert nicht dadurch, dass sie menschliches Verhalten möglichst genau imitieren, sondern durch die gezielte Nutzung ihrer inhärenten Eigenschaften.

Auch in unserer Forschung zu Virtual Reality (VR) zeigt sich, dass Potenzial darin liegt, die spezifischen Qualitäten virtueller Umgebungen gezielt zu nutzen und dadurch neue, eigenständige Erlebnisformen zu erschaffen.

Ziel des Symposiums

Ziel des internationalen Symposiums war es, das Konzept „Hybrid Spaces as a Third Space“ gemeinsam weiterzuentwickeln und für Designpraxis und Forschung zu operationalisieren – mit besonderem Fokus auf hybride Arbeitskontexte. Im Zentrum stand die Frage: Was bedeutet es konkret, für, mit oder durch einen Third Space zu gestalten? Dabei wurden Erkenntnisse aus ReWork und PRAESCO zusammengeführt, um bestehendes Wissen zu bündeln und weiterzuentwickeln.

Ablauf und inhaltliche Schwerpunkte

Der Tag begann mit kurzen Einführungen in die beiden Forschungsprojekte PRAESCO und ReWork durch Ronda Ringfort-Felner und Juliane Busboom sowie einer konzeptionellen Rahmung durch Juliane, die die Perspektive des Third Space maßgeblich geprägt hat.

Anschließend stellten die Teilnehmenden ihre jeweiligen Perspektiven auf „Hybrid Space as a Third Space“ vor und diskutierten zentrale Qualitäten hybrider Zusammenarbeit.

Ergänzend brachte Pernille Bjørn weitere Erkenntnisse aus der Forschung zu hybrider Zusammenarbeit ein und stellte grundlegende Faktoren für gelingende hybride Zusammenarbeit vor.

Im weiteren Verlauf gliederte sich das Symposium in zwei zentrale Arbeitsphasen:

1. Conceptual Alignment (Vormittag)

Auf Basis bestehender Forschungsergebnisse und identifizierter Qualitäten hybrider Zusammenarbeit aus den Projekten ReWork und PRAESCO arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen daran, diese Qualitäten in Beziehung zueinander zu setzen, Zusammenhänge zu identifizieren und ein gemeinsames theoretisches Verständnis zu entwickeln.

2. Synthese und Reflexion (Nachmittag)

Nach einer gemeinsamen Mittagspause und einer Poster-Session mit aktuellen Arbeiten aus PRAESCO lag der Fokus auf der Zusammenführung und Diskussion der entwickelten Perspektiven. Der Tag endete mit einer individuellen Reflexionsphase, in der offene Fragen, Spannungsfelder und neue Ideen visuell ausgearbeitet wurden.

Zentrale Erkenntnisse und Ausblick

Das Symposium hat klar gezeigt, wie viel Potenzial in der Perspektive hybrider Arbeit als Third Space liegt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Fragen noch offen sind – insbesondere im Hinblick auf die konkreten Qualitäten hybrider Zusammenarbeit und deren Gestaltung.

Dennoch zeichnet sich klar ab: Die bloße Nachahmung von Präsenzformaten ist keine tragfähige Lösung. Stattdessen eröffnet die bewusste Gestaltung hybrider Konfigurationen als eigenständiger Möglichkeitsraum neue Potenziale für innovative und möglicherweise grundlegend andere Formen der Zusammenarbeit, die sich sowohl von rein digitalen als auch von rein präsenten Formaten unterscheiden.

Das Symposium war ein erster wichtiger Schritt und bildet die Grundlage für weiteren Austausch und zukünftige gemeinsame Forschungsaktivitäten, um „Hybrid Work as Third Space“ und seine spezifischen Qualitäten weiter zu verstehen und zu operationalisieren.

Rebecca Gerstenberg

Ronda Ringfort-Felner

 
Ronda Ringfort-Felner